Heizungsarten im Überblick: Alle Heizsysteme im Vergleich 2026
Gas, Wärmepumpe, Pellets oder Fernwärme? Welche Heizung zu Deinem Haus passt, hängt von Zustand, Platz, Anschlüssen und Wärmebedarf ab. Wir vergleichen Kosten, CO₂-Ausstoß und Förderung und zeigen Dir, welche Systeme sich für Altbau und Einfamilienhaus eignen.

Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt nicht die eine beste Heizungsart für jedes Haus. Entscheidend sind Dämmstandard, Heizflächen, Platz und vorhandene Anschlüsse.
- Für Wärmepumpe, Biomasse, Solarthermie und den Anschluss an ein Wärmenetz bekommst Du unter bestimmten Voraussetzungen KfW-Förderung.
- Laut Heizspiegel 2025 lagen die mittleren Heizkosten im Abrechnungsjahr 2024 bei Wärmepumpen und Holzpellets niedriger als bei Erdgas, Heizöl und Fernwärme.
- Auch im Altbau kann eine Wärmepumpe funktionieren. Vor dem Heizungstausch lohnt sich deshalb ein Blick auf Heizlast, Gebäudehülle und Heizflächen.
Welche Heizungsarten gibt es?
Eine feste Anzahl an Heizungsarten gibt es nicht. Am übersichtlichsten ist die Einteilung nach Energiequelle in fünf Gruppen: fossile Heizungen, Heizungen mit erneuerbaren Energien, Stromdirektheizungen und Wärmepumpen, Wärmenetze und Kraft-Wärme-Kopplung sowie Hybridheizungen.
Heizungsarten mit fossilen Brennstoffen: Gas und Öl
Gas- und Ölheizungen erzeugen Wärme, indem ein Brennstoff verbrannt wird. Bei Gas kommen unter anderem Gas-Brennwertkessel und Gasthermen zum Einsatz, bei Öl vor allem Öl-Brennwertkessel.
Eine neue Gasheizung darfst Du 2026 weiterhin einbauen. Für nach dem 29. Juli 2026 neu eingebaute Gas-, Öl- oder Flüssiggasanlagen gelten allerdings schrittweise steigende Anforderungen an den Anteil bestimmter erneuerbarer bzw. klimaneutraler Brennstoffe: Ab 2029 müssen mindestens 10 Prozent der bereitgestellten Wärme aus den gesetzlich genannten Brennstoffen stammen, ab 2030 15 Prozent, ab 2035 30 Prozent und ab 2040 60 Prozent. Zusätzlich kann der steigende CO₂-Preis die Kosten für fossile Brennstoffe wie Erdgas und Heizöl erhöhen und damit die laufenden Heizkosten beeinflussen.
Eine reine Gas- oder Ölheizung fördert die KfW nicht.
Heizungsarten mit erneuerbaren Energien: Wärmepumpe, Biomasse und Solarthermie
Wärmepumpen nutzen Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und benötigen dafür Strom. Zu den wichtigsten Varianten gehören Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Welche Variante zu Dir passt, entscheiden Grundstück, örtliche Gegebenheiten und Gebäude.
Biomasseheizungen nutzen beispielsweise Holzpellets oder Scheitholz. Pelletkessel brauchen mehr Platz, weil Du einen Lagerraum für den Brennstoff einplanen musst.
Solarthermieanlagen nutzen Sonnenenergie zur Wärmeerzeugung. Sie bereiten Warmwasser und unterstützen die Heizung. Als alleinige Heizung für ein Wohnhaus reicht Solarthermie nicht aus.
Heizungsarten mit Strom
Hier lohnt sich eine wichtige Unterscheidung: Eine Wärmepumpe ist zwar elektrisch betrieben, funktioniert aber anders als eine Stromdirektheizung. Zu den Stromdirektheizungen gehören beispielsweise Infrarotheizungen, Nachtspeicherheizungen und elektrische Fußbodenheizungen.
Direktheizungen wie Infrarot- oder Nachtspeicherheizungen wandeln Strom 1:1 in Wärme um. Eine Wärmepumpe nutzt dagegen zusätzlich Umweltwärme. So macht sie aus 1 kWh Strom 3 bis 5 kWh Wärme.
Direktheizungen eignen sich nur für selten genutzte Räume oder das Bad. Als Hauptheizung treiben sie Deine Stromkosten hoch.
Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung
Bei Fernwärme wird Wärme über ein Wärmenetz zum Gebäude transportiert. Du brauchst dafür keine eigene Wärmeerzeugungsanlage wie einen Heizkessel. Ob Fernwärme verfügbar ist und wie klimafreundlich sie ist, hängt vom jeweiligen Netz ab.
Zur Kraft-Wärme-Kopplung gehören beispielsweise Blockheizkraftwerke (BHKW) und Brennstoffzellenheizungen. Sie erzeugen gleichzeitig Wärme und Strom. Die Brennstoffzellenheizung nutzt dafür Wasserstoff aus Erdgas oder einem anderen Brennstoff.
Hybridheizung: zwei Systeme kombiniert
Eine Hybridheizung verbindet unterschiedliche Wärmeerzeuger. Typisch sind beispielsweise Kombinationen aus Wärmepumpe und Gasheizung oder Wärmepumpe und Solarthermie.
Der Vorteil: Je nach Außentemperatur übernimmt das jeweils passendere System. Der Nachteil: mehr Technik, mehr Wartung. Eine Hybridlösung lohnt sich deshalb nur, wenn sie genau zu Deinem Gebäude passt.
Heizungsarten mit Gas: Diese Varianten gibt es

Wenn Du nach Heizungsarten mit Gas suchst, findest Du verschiedene technische Lösungen:
- Gas-Brennwertheizung: nutzt Erdgas zur Wärmeerzeugung und gewinnt zusätzlich Wärme aus dem Abgas.
- Gastherme/Gasetagenheizung: kompakte Gasheizung, die beispielsweise einzelne Wohnungen versorgen kann.
- Gas-Hybridheizung: kombiniert eine Gasheizung mit einem weiteren Wärmeerzeuger, etwa einer Wärmepumpe.
- Gas-BHKW: erzeugt gleichzeitig Wärme und Strom.
- Brennstoffzellenheizung: erzeugt Wärme und Strom über eine Brennstoffzelle.
- Flüssiggasheizung: nutzt Flüssiggas und kommt insbesondere dort infrage, wo kein Erdgasnetz vorhanden ist.
Wichtig ist der Blick auf den aktuellen Rechtsstand: Eine neue Gasheizung ist nicht pauschal verboten. Für nach dem 29. Juli 2026 eingebaute Anlagen gelten jedoch die genannten Vorgaben für erneuerbare beziehungsweise klimaneutrale Brennstoffanteile.
Vergleich der Heizungsarten: Kosten, CO₂ und Förderung
Welche Heizungsart am Ende günstiger ist, lässt sich nicht allein anhand des Energieträgers beantworten. Gebäudegröße, Verbrauch, Energiepreise und Effizienz der Anlage beeinflussen die tatsächlichen Kosten.
Der Heizspiegel 2025 liefert aktuelle Vergleichswerte für das Abrechnungsjahr 2024. Für Gebäude mit 80 bis 150 m² liegt die mittlere Kostenstufe bei Erdgas bei bis zu 13,60 Euro, bei Heizöl bei bis zu 16,40 Euro, bei Fernwärme bei bis zu 15,20 Euro, bei Wärmepumpen bei bis zu 9,20 Euro und bei Holzpellets bei bis zu 8,80 Euro pro m² und Jahr. Die Werte enthalten Raumwärme und Warmwasserbereitung.
Der Heizspiegel 2025 liefert aktuelle Vergleichswerte für das Abrechnungsjahr 2024. Für Gebäude mit 80 bis 150 m² liegt die mittlere Kostenstufe bei Erdgas bei bis zu 13,60 Euro, bei Heizöl bei bis zu 16,40 Euro, bei Fernwärme bei bis zu 15,20 Euro, bei Wärmepumpen bei bis zu 9,20 Euro und bei Holzpellets bei bis zu 8,80 Euro pro m² und Jahr. Die Werte enthalten Raumwärme und Warmwasserbereitung.
* Mittlere Kostenstufe des Heizspiegels 2025 für Gebäude mit 80–150 m²; Abrechnungsjahr 2024. Die Werte sind Vergleichswerte und keine individuelle Kostenprognose.
Bei den CO₂-Werten kommt es auf die Berechnungsmethode und die zugrunde gelegten Emissionsfaktoren an. Besonders bei Strom und Fernwärme können die Werte je nach Strommix beziehungsweise Wärmenetz deutlich variieren. Deshalb sind pauschale CO₂-Werte für jedes einzelne Haus nur eingeschränkt aussagekräftig.
Welche Heizungsarten eignen sich für den Altbau?
Auch Heizungsarten im Altbau lassen sich nicht pauschal bewerten. Entscheidend ist vor allem, wie viel Wärme das Gebäude benötigt und mit welcher Vorlauftemperatur die Heizflächen arbeiten können.
Eine Wärmepumpe kann auch im Altbau eingesetzt werden. Besonders wichtig sind dabei eine passende Heizlast und ausreichend dimensionierte Heizflächen. Eine gute Dämmung kann den Wärmebedarf zusätzlich reduzieren.
Vor dem Einbau solltest Du deshalb prüfen:
- Wie hoch ist der tatsächliche Wärmebedarf?
- Welche Vorlauftemperatur benötigen die vorhandenen Heizkörper?
- Sind Heizkörper oder Flächenheizung für die gewünschte Heizungsart geeignet?
- Wie gut sind Dach, Fassade, Fenster und Kellerdecke gedämmt?
- Ist ausreichend Platz für Technik und gegebenenfalls einen Speicher vorhanden?
- Gibt es einen Anschluss an ein Wärmenetz?
Bei einer Pelletheizung muss beispielsweise zusätzlicher Lagerraum eingeplant werden. Bei einer Wärmepumpe hängt die geeignete Variante unter anderem von Grundstück und Wärmequelle ab. Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen können unter geeigneten Bedingungen effizienter arbeiten als Luft-Wärmepumpen. Eine Gas-Hybridheizung kann in bestimmten Fällen als Übergangslösung infrage kommen. Bei einem Anschluss an ein Wärmenetz kann eine bessere Dämmung zudem den Wärmebedarf und damit auch die laufenden Kosten reduzieren.
Wenn ohnehin eine energetische Sanierung geplant ist, kann ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) helfen, die einzelnen Maßnahmen aufeinander abzustimmen.
Welche Heizungsarten gibt es für ein Einfamilienhaus?
Für Dein Einfamilienhaus hast Du mehrere Optionen. Welche Heizungsart passt, entscheiden Dämmstandard, Grundstück, Platz, Anschlüsse und Budget.

Eine einfache Orientierung:
Gut gedämmtes Haus + ausreichend Platz für Wärmepumpe:
→ Eine Wärmepumpe kann eine passende Lösung sein. Im Neubau legst Du das Heizsystem direkt auf niedrige Vorlauftemperaturen einer Wärmepumpe aus.
Altbau + hohe Heizlast:
→ Erst die Heizlast berechnen lassen. Passen Heizflächen oder Gebäudehülle nicht, dämmst Du nach oder tauschst einzelne Heizkörper gegen größere.
Wärmenetz vorhanden:
→ Fernwärme prüfen. Vergleiche Preis und Energiemix des Netzes.
Viel Platz für Brennstofflager vorhanden:
→ Pelletheizung. Plane den Lagerraum von Anfang an ein.
Bestehender Gasanschluss:
→ Nicht automatisch wieder Gas. Rechne die steigende Bio-Quote mit ein oder prüfe eine Gas-Hybridlösung als Übergang.
Sonderfall Neubau
Beim Neubau planst Du Gebäudehülle, Heizflächen und Wärmeerzeuger als Einheit.
Das schafft insbesondere bei einer Wärmepumpe gute Voraussetzungen: Eine Fußbodenheizung planst Du von Anfang an mit ein. Und Du brauchst weder Gasanschluss noch Schornstein.
Welche Heizungsarten werden gefördert?
Die KfW fördert über das Programm 458 „Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude“ unter anderem elektrisch angetriebene Wärmepumpen, Biomasseheizungen, Solarthermieanlagen sowie den Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz. Die Grundförderung beträgt aktuell 30 Prozent der förderfähigen Kosten.
Für selbstnutzende Eigentümer können zusätzliche Boni infrage kommen. Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt seit der Anpassung zum 21. Juli 2026 aktuell 16 Prozent. Zusätzlich gibt es einen Einkommensbonus, dessen Höhe vom zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen abhängt. Insgesamt sind je nach Voraussetzungen bis zu 70 Prozent, beziehungsweise für bestimmte selbstnutzende Eigentümerinnen und Eigentümer mit niedrigem Einkommen bis zu 80 Prozent Zuschuss möglich.
Für ein Einfamilienhaus berücksichtigt die KfW aktuell förderfähige Kosten bis zu 28.000 Euro. Wichtig: Förderbedingungen können sich ändern. Prüfe deshalb vor dem Antrag immer die aktuell geltenden KfW-Bedingungen.
FAQ: Häufige Fragen zu Heizungsarten
Welche Heizungsarten sind in Deutschland am häufigsten?
Laut Zensus 2022 wurden 56 Prozent der Wohnungen mit Gas und 19 Prozent mit Öl beheizt. Weitere 15 Prozent nutzten Fernwärme. Auf Holz beziehungsweise Pellets entfielen 4 Prozent, auf Solar- oder Geothermie sowie Umwelt- oder Abluftwärme 3 Prozent.
Wie viele Heizungsarten gibt es?
Eine feste Anzahl gibt es nicht. Je nach Einteilung kommst Du auf zehn oder mehr Systeme. Für einen ersten Überblick lassen sich die Heizungen in die fünf Gruppen fossile Heizungen, erneuerbare Energien, Strom, Wärmenetze/Kraft-Wärme-Kopplung und Hybridheizungen einteilen.
Welche Heizungsarten gibt es mit Strom?
Dazu gehören Wärmepumpen und Stromdirektheizungen. Eine Direktheizung wandelt Strom 1:1 in Wärme um, eine Wärmepumpe macht daraus das Drei- bis Fünffache.
Welche Heizungsart ist im Betrieb am günstigsten?
Das hängt vom Gebäude und vom Betrachtungszeitraum ab. Im Heizspiegel 2025 lagen Holzpellets und Wärmepumpen vorn. Das sind Vergleichswerte und keine Garantie für die Kosten eines einzelnen Hauses.
Darf ich 2026 noch eine Gasheizung einbauen?
Ja. Eine neue Gasheizung ist nicht grundsätzlich verboten. Für Gas-, Öl- und Flüssiggasanlagen, die nach dem 29. Juli 2026 in bestehende Gebäude eingebaut werden, gelten jedoch ab 2029 schrittweise steigende Vorgaben für den Anteil bestimmter erneuerbarer beziehungsweise klimaneutraler Brennstoffe.
Fazit: Die passende Heizungsart hängt von Deinem Haus ab
Wärmepumpe, Pellets, Fernwärme, Gas oder eine Hybridlösung: Die eine beste Heizungsart gibt es nicht. Was für ein gut gedämmtes Einfamilienhaus funktioniert, muss für einen unsanierten Altbau noch lange nicht die passende Lösung sein.
Schau deshalb nicht nur auf die Anschaffungskosten. Wärmebedarf, Heizflächen, Dämmstandard, Platzangebot, vorhandene Anschlüsse, laufende Kosten und mögliche Förderung gehören gemeinsam in die Entscheidung.
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