Wärmepumpe
Alles rund um die Wärmepumpe

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe funktioniert im Grunde wie ein umgekehrter Kühlschrank, nur dass sie keine Kälte erzeugt, sondern Wärme aus der Umgebung aufnimmt und auf Heiztemperatur bringt.
Das Prinzip dahinter ist simpel: Ein Kältemittel nimmt die Umgebungswärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser auf, wird verdichtet und gibt die Wärme ans Heizsystem ab. Von dort gelangt sie zu Heizkörpern, Fußbodenheizung oder Warmwasserspeicher. Alles läuft automatisch im Kreislauf.
Was Wärmepumpen besonders macht: Sie verbrauchen zwar Strom, vervielfachen aber die eingesetzte Energie. Aus 1 kWh Strom werden bis zu 4 kWh Wärme, das macht sie deutlich günstiger im Betrieb als eine klassische Elektroheizung. Wer dazu noch eine Photovoltaikanlage hat, kann die Kosten noch weiter senken.

Arten von Wärmepumpen
Es gibt sechs gängige Bauarten von Wärmepumpen. Sie unterscheiden sich vor allem in ihrer Wärmequelle, der Effizienz, dem Platzbedarf und manchmal auch darin, ob Du eine Genehmigung brauchst. Grundsätzlich gilt: Je effizienter das Gerät, desto höher die Anschaffungskosten, dafür sparst Du langfristig im Betrieb.
- Luftwärmepumpe: nutzt die Außenluft, leitet sie über einen Wärmetauscher an das Kältemittel weiter und verdichtet es per Kompressor auf Heiztemperatur. Erhältlich als Monoblock oder Split-System.
- Luft-Luft-Wärmepumpe: speist die Wärme direkt in den Luftkreislauf ein, ähnlich wie eine Klimaanlage, und kann im Sommer auch kühlen.
- Wasser-Wasser-Wärmepumpe: nutzt Grundwasser als Wärmequelle und erreicht besonders hohe Effizienzwerte. Benötigt zwei Brunnen, eine Genehmigung und wird direkt in den Heizkreislauf eingebunden.
- Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe): entzieht dem Erdreich Wärme über Erdwärmesonden oder Erdkollektoren, teils mit Bohrungen bis 100 Meter Tiefe.
- Warmwasser-Wärmepumpe: ideal zur Warmwasserbereitung, aber nicht zum Heizen des gesamten Hauses.
- Hochtemperatur-Wärmepumpe: erzeugt besonders hohe Vorlauftemperaturen und ist daher ideal für Altbauten mit herkömmlichen Heizkörpern und schlechterer Dämmung.
Wärmepumpe-Kosten: Was kostet eine Wärmepumpe?
Die Kosten für eine Wärmepumpe setzen sich aus den Ausgaben für die Anschaffung und den laufenden Kosten zusammen. Zu den laufenden Kosten gehören die Wartung und der Strom.
Die Wartung kostet je nach Bauart rund 150 bis 300 Euro pro Jahr. Beim Strom lohnt sich ein spezieller Wärmepumpentarif: Solche Tarife liegen 2026 bei etwa 20 bis 28 Cent pro Kilowattstunde, während Haushaltsstrom rund 30 bis 36 Cent kostet. Möglich macht das eine Regelung im Energiewirtschaftsgesetz (§ 14a EnWG): Wer seine Wärmepumpe als steuerbare Verbrauchseinrichtung anmeldet, zahlt reduzierte Netzentgelte. Betreibst Du Deine Wärmepumpe mit dem eigenen PV-Strom, sinken die Stromkosten noch weiter.
Die Kosten für den Kauf einer Wärmepumpe variieren je nach Modell zwischen ungefähr 2.000 und 15.000 Euro. Zusätzlich fallen Installationskosten von etwa 350 bis 20.000 Euro an. Mit Förderung sinken diese Kosten deutlich: Bis zu 70 Prozent der förderfähigen Ausgaben übernimmt der Staat, bei niedrigem Haushaltseinkommen sogar bis zu 80 Prozent. Wie sich dieser Satz zusammensetzt, erklären wir weiter unten.
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Erdwärmepumpen sind in Anschaffung und Installation teurer als Luftwärmepumpen, bieten dafür aber eine höhere Effizienz, mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4. Luft-Wasser- oder Luft-Luft-Wärmepumpen sind günstiger in der Anschaffung und damit besonders attraktiv für energieeffiziente Neubauten.
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Im Vergleich zu fossilen Heizsystemen entfällt mit einer Wärmepumpe der Bedarf an Öltank und Gasanschluss. Dazu leistest Du aktiv einen Beitrag zum Klimaschutz, und wer die Pumpe mit Strom aus einer eigenen Photovoltaikanlage betreibt, senkt seine Heizkosten noch einmal deutlich.
Wartungstechnisch ist die Wärmepumpe angenehm unkompliziert: Da keine Verbrennung stattfindet, fällt weniger Verschmutzung an und der Aufwand bleibt überschaubar.
Die laufenden Kosten einer Wärmepumpe und ihre Leistungszahl
Die Umweltenergie, die eine Wärmepumpe nutzt, ist kostenlos, Strom braucht sie trotzdem. Wie effizient sie dabei ist, zeigen zwei Kennzahlen: die Jahresarbeitszahl (JAZ) und der COP (Coefficient of Performance). Ein modernes, gut eingestelltes Gerät erreicht eine JAZ von 4 oder mehr. Das heißt, aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme.
Insgesamt sind die Heizkosten einer richtig dimensionierten Wärmepumpenheizung niedriger als bei anderen Heizsystemen, besonders in gut gedämmten Gebäuden wie Neubauten.
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Wann ist eine Wärmepumpe rentabel?
Eine Wärmepumpe lohnt sich vor allem in gut isolierten Gebäuden. Dort ist der Heizbedarf niedrig, die Vorlauftemperatur leicht erreichbar und der Stromverbrauch gering. Im Vergleich zu Öl- oder Gasheizungen entfallen schwankende Energiepreise und CO₂-Kosten, und mit den aktuellen Förderungen amortisieren sich die Anschaffungskosten deutlich schneller.
In schlecht gedämmten Gebäuden hingegen kann der Stromverbrauch schnell unwirtschaftlich werden. Für Mehrfamilienhäuser kann es sinnvoll sein, mehrere Wärmepumpen zu kombinieren.
Grundsätzlich gilt: Je höher der COP- bzw. JAZ-Wert, desto rentabler der Betrieb. Luftwärmepumpen wie die Luft-Wasser-Wärmepumpe sind besonders effizient, solange die Außentemperaturen nicht stark unter den Gefrierpunkt fallen.
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Wärmepumpe-Förderung: Wie viel zahlt der Staat?
Eine Wärmepumpe zählt zu den klimafreundlichen Heizungen und ist damit über die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig. Beantragt wird der Zuschuss bei der KfW im Programm 458, und zwar bevor Du den Auftrag verbindlich erteilst.
Der Zuschuss setzt sich aus einer Grundförderung und mehreren Boni zusammen. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent und gilt für alle Eigentümer, auch bei Vermietung. Voraussetzung ist, dass die neue Heizung mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzt. Eine Wärmepumpe erfüllt das problemlos.
Dazu kommen zwei Boni, die allerdings Selbstnutzung voraussetzen. Den Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent bekommst Du, wenn Du eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- oder Nachtspeicherheizung austauschst. Bei Gas- und Biomasseheizungen muss die alte Anlage mindestens 20 Jahre in Betrieb gewesen sein. Der Einkommensbonus ist nach dem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen gestaffelt: 40 Prozent bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro und 10 Prozent bis 50.000 Euro. Lebt ein Kind unter 18 Jahren mit Kindergeldanspruch in Deinem Haushalt, verschiebt sich die Einkommensgrenze einmalig um 10.000 Euro nach oben.
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Kombinieren lassen sich die Bausteine, aber nicht unbegrenzt: Bei 70 Prozent der förderfähigen Kosten ist Schluss. Nur wer selbst einzieht und höchstens 30.000 Euro Haushaltseinkommen hat, kommt auf bis zu 80 Prozent. Förderfähig sind maximal 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, 15.000 Euro für die zweite bis sechste und 8.000 Euro für jede weitere.
Zeitlich lohnt sich Eile: Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um vier Prozentpunkte und fällt für Anträge ab dem 1. August 2028 vollständig weg. Wer den Austausch ohnehin plant, fährt früher besser.
Wo sollte man eine Wärmepumpe aufstellen?
Luftwärmepumpen können drinnen oder draußen aufgestellt werden. Beim Außengerät sollte aus Lärmschutzgründen ein ausreichender Abstand zum Nachbargrundstück eingehalten werden. Grundwasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen sind größer und brauchen entsprechend mehr Platz im Haus.
Welche Wärmepumpe ist am besten für mein Haus geeignet?
Das lässt sich pauschal nicht sagen, jedes Haus ist anders. Bei Altbauten variieren Dämmstatus und Heizwärmebedarf stark, deshalb sollte unbedingt ein Fachbetrieb für Heizung hinzugezogen werden. Auch das Grundstück spielt eine Rolle: Sind Bohrungen für eine Erdwärmepumpe möglich? Gibt es Platz für Flächenkollektoren? Ist Grundwasser vorhanden? All das beeinflusst, welche Wärmepumpe sinnvoll ist.
Funktionieren Wärmepumpen auch in älteren Gebäuden?
Ja – aber es kommt auf den Zustand des Gebäudes an. Ein sanierter Altbau kann problemlos mit einer Luftwärmepumpe wirtschaftlich beheizt werden. Moderne Geräte erreichen hohe Vorlauftemperaturen und sind weniger abhängig von Außentemperaturen, was sie auch im Winter effizient hält. Bei unsanierten Gebäuden empfehlen sich Wärmepumpen mit einem höheren COP-Wert.
Verursachen Wärmepumpen Lärm?
Nicht alle Wärmepumpen erzeugen hörbare Geräusche. Insbesondere Luftwärmepumpen können durch ihre Ventilatoren eine gewisse Lautstärke entwickeln. Ältere Außengeräte liegen bei etwa 50 Dezibel, moderne Geräte deutlich darunter. Entscheidend ist neben dem Gerät selbst der Aufstellort: Je größer der Abstand zum Nachbargrundstück und zu Schlafräumen, desto weniger fällt die Anlage ins Gewicht.
Muss eine Wärmepumpe genehmigt werden?
Das hängt vom Typ ab. Luftwärmepumpen benötigen in der Regel keine Genehmigung. Bei Sole-Wasser- und Grundwasser-Wärmepumpen hingegen sind Bohrungen erforderlich, weshalb geklärt werden muss, wie tief gebohrt werden darf und ob das Grundstück in einem Wasserschutzgebiet liegt. Dort ist die Grundwassernutzung grundsätzlich nicht gestattet.
Können Wärmepumpen auch in Mehrfamilienhäusern verwendet werden?
Ja, Wärmepumpen funktionieren genauso gut in Mehrfamilienhäusern wie in Einfamilienhäusern – sowohl im Neubau als auch im sanierten Bestand. Für Mehrfamilienhäuser empfiehlt sich in der Regel eine leistungsstarke Erdwärmepumpe, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist jedoch ebenfalls möglich.
Wie hoch ist der Energieverbrauch einer Wärmepumpe?
Der Stromverbrauch hängt von mehreren Faktoren ab: dem Temperaturunterschied zwischen Umweltwärme und gewünschter Heizungstemperatur, der Heizlast des Gebäudes, der Dämmung sowie dem Warmwasserverbrauch und der Personenanzahl. Grundsätzlich gilt: Je geringer die Temperaturdifferenz, desto weniger Strom wird verbraucht.
Als grobe Faustformel gilt: (Heizleistung in kW ÷ JAZ) × Heizstunden = jährlicher Stromverbrauch in kWh.
Um den günstigeren Wärmepumpentarif nutzen zu können, braucht es einen separaten, steuerbaren Zähler. Damit lässt sich der Wärmepumpenstrom vom teureren Haushaltsstrom trennen, der Tarifunterschied liegt bei rund 10 Cent pro Kilowattstunde. Ob sich der separate Zähler rechnet, hängt vom Verbrauch ab. Bei einem typischen Wärmepumpenverbrauch von 4.000 bis 6.000 Kilowattstunden im Jahr amortisiert er sich meist schnell.
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Wärmepumpe mit Photovoltaik
Wärmepumpe und Photovoltaik sind eine ideale Kombination: Der selbst erzeugte Solarstrom kostet nur etwa 8 Cent pro kWh – deutlich günstiger als Netzstrom – und macht den Betrieb nahezu emissionsfrei. Die Investitionskosten für PV-Anlage und Speicher liegen zwar bei rund 20.000 Euro, lassen sich aber über KfW-Kredite und Länderzuschüsse fördern.
Hybrid-Wärmepumpe: Kombination mit einem anderen Heizsystem
Bei einer Hybrid-Wärmepumpe wird eine Wärmepumpe mit einem bestehenden Heizsystem kombiniert – zum Beispiel eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Ölheizung im Altbau. Die Ölheizung springt dann nur bei sehr niedrigen Außentemperaturen ein. Wichtig zu wissen: Gefördert wird nur der erneuerbare Teil – der fossile Anteil muss vollständig selbst finanziert werden.
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Wie steht’s um den Sanierungsbedarf Deiner Immobilie?
Angesichts steigender Energiepreise und Klimakrise wird ein energieeffizientes Zuhause immer wichtiger. Finde heraus, wie viel Energie, Heizkosten und CO2 sich mit einer energetischen Sanierung einsparen lassen. Die Kosten hierfür solltest Du beim Kauf einer unsanierten Immobilie direkt mit einplanen.



