Sanierungsmaßnahmen

Fenster energetisch sanieren – das musst Du wissen!

Gut gedämmte Fenster bieten enormes Einsparpotenzial bei den Heizkosten und viele weitere Vorteile. Verschaff Dir einen Überblick über das Thema.

Je nach Alter und Zustand der Fenster entweichen circa 20 bis 30 Prozent der Wärme eines Hauses über die Fenster. So viel! Wie kommt’s? Im Durchschnitt machen Fenster immerhin rund ein Viertel der Gebäudehülle aus, entsprechend groß ist ihr Einfluss auf die Energieeffizienz eines Hauses.

Fenster sanieren lohnt sich

Mit modernen Wärmeschutzfenstern lässt sich der Wärmeverlust um bis zu 75 Prozent reduzieren. Das bringt Dir nicht nur deutliche Einsparungen bei der Heizenergie und beim Energieverbrauch, sondern macht sich auch beim Wohnkomfort bemerkbar. Im Winter zieht es nicht unangenehm und im Sommer hält Wärmeschutzglas die Hitze draußen. Hinzu kommen noch einige weitere Vorteile: Neue Fenster bieten Dir einen besseren Schallschutz, eine bessere Einbruchhemmung, sind in der Regel einfacher zu bedienen und dank modernster Materialien pflegeleicht und witterungsbeständig. 


Wie steht es um Deine Fenster? Mach den Test!

Du weißt gar nicht genau, was für Fenster bei Dir eingebaut sind und wie alt sie sind? Erste Anhaltspunkte dafür können Dir zwei Tests liefern, die Du ganz einfach selbst zuhause durchführen kannst.

  1. Mit dem Feuerzeug-Test kannst Du herausfinden, aus wie vielen Scheiben ein Fenster aufgebaut ist. Der Test funktioniert am besten bei Dunkelheit. Halte die Flamme eines Feuerzeugs (oder einer Kerze) von innen nah an die Scheibe und beobachte die Anzahl der Reflexionen im Fenster. Jede Scheibe sorgt für ein Reflexionspaar. Eine farblich abweichende Spiegelung bedeutet, dass das Glas beschichtet ist. Sprich: Es handelt sich um eine Wärmeschutzverglasung. Folgende Infos liefern Dir Deine Beobachtungen:
  • 2 Reflexionspaare (4 Flammen) mit gleicher Färbung: Es handelt sich um eine 2-fach-Verglasung ohne Wärmeschutzbeschichtung (eingebaut ca. 1975-1995).
  • 2 Reflexionspaare (4 Flammen), Flammen z. T. violett verfärbt: Es handelt sich um eine 2-fach-Verglasung mit Wärmeschutzbeschichtung (eingebaut ab ca. 1995).
  • 3 Reflexionspaare (6 Flammen), Flammen z. T. violett verfärbt: Es handelt sich um eine 3-fach-Verglasung mit Wärmeschutzbeschichtung (eingebaut ab ca. 2004).

  1. Mit dem Papier-Test kannst Du Deine Fenster zusätzlich auf Dichtigkeit prüfen. Nimm ein normales Blatt Papier
    (z. B. Kopierpapier), öffne das Fenster, leg das Papier auf den unteren Fensterrahmen und schließe das Fenster wieder. Wenn Du das Papier mühelos herausziehen kannst, dann kann auch Luft über das geschlossene Fenster entweichen und es ist nicht mehr optimal dicht. Genau wie eine veraltete Verglasung sorgt auch mangelnde Dichtigkeit für Wärmeverlust und womöglich für einen unangenehmen Luftzug. Dann ist es höchste Zeit für eine Sanierung Deiner Fenster.

Wichtig: Die beiden Tests ersetzen keine fachmännische Beratung. Energieeffizienzexpert:innen und Fensterprofis begutachten auch die Fensterrahmen und können Dir sagen, ob in Deinem Fall nur das Glas oder die kompletten Fenster getauscht werden sollten. 


Die richtigen Energiesparfenster finden

Wenn es um die Dämmeigenschaften der Fensterverglasung geht, kommt es auf diese zwei Werte an:

Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) drückt aus, wie viel Wärme über ein Fenster nach außen gelangt. Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung. Heutzutage sind U-Werte zwischen 0,7 und 1,3 W/(m2K) Standard und entsprechen den gesetzlich vorgeschriebenen Effizienzanforderungen laut Gebäudeenergiegesetz. Je nach Fenstertyp (Fassadenfenster, Dachfenster etc.) gelten unterschiedliche maximal zulässige U-Werte bei der Sanierung. Die aktuellen Anforderungen findest Du zum Beispiel auf dem offiziellen Infoportal Energieeinsparung des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung.

Der Energiedurchlassgrad (g-Wert) gibt an, wie viel Solarenergie durch das Fensterglas nach innen gelangt. Hier kann man nicht pauschal sagen, ob eine hoher oder niedriger g-Wert besser ist – das muss unter Berücksichtigung der Klimas und der Fensterposition im Gebäude abgewogen werden. Ein Fenster mit niedrigem g-Wert lässt weniger Sonnenlicht durch: Das ist im Sommer und auf der Südseite eines Hauses praktisch, weil sich das Rauminnere weniger aufheizt. Im Winter und bei Kälte gelangt dann jedoch auch weniger Wärmeenergie ins Innere. Fensterexpert:innen helfen Dir, die beste Lösung für Dein Zuhause zu finden.


Unterschiedliche Verglasungen und ihr durchschnittlicher U-Wert

Schematische Darstellung der Unterschiede des Aufbaus einer Einfach- und einer Mehrfachverglasung. (Grafik: energie-experten.org)
Grafik: energie-experten.org

 

Einfachverglasungen sind heute komplett veraltet, sie bieten keinen ausreichenden Wärmeschutz. Ob bei der Sanierung eine 2-fach- oder 3-fach-Verglasung die richtige Wahl ist, hängt davon ab, ob Deine Fassade bereits gedämmt ist. Bei einer ungedämmten Altbau-Fassade dürfen keine Fenster mit 3-fach-Verglasung eingebaut werden, da es zu Schimmelbildung an den Wänden kommen kann, wenn der U-Wert der Fenster niedriger ist als die U-Werte der angrenzenden Bauteile. In diesem Fall heißt es also: Erst Fassade dämmen oder eine 2-fach-Verglasung wählen.

Ist die Fassade gedämmt, sind auf jeden Fall Dreifachverglasungen die beste Wahl. Sie bieten mit einem U-Wert unter 1 W/(m2K) nochmal ein deutlich höheres Energieeinsparpotenzial. Die Kosten für eine Dreifachverglasung liegen etwa 10 Prozent höher – dafür werden Fenster mit 3-fach-Verglasung aber auch staatlich gefördert (mehr dazu weiter unten). Wenn Du Dein individuelles Energieeinsparpotenzial durch einen Fenstertausch berechnen möchtest, starte jetzt den effi Sanierungsrechner. In nur 3 Minuten hast Du Dein Ergebnis!

Neben der Verglasung für neue Fenster, musst Du natürlich auch das Rahmenmaterial auswählen. Zur Verfügung stehen Holz, Aluminium, Kunststoff und die beliebte Kombination Holz/Aluminium. Die Materialen unterscheiden sich in der Optik, in ihren funktionalen Eigenschaften, bei der Nachhaltigkeit und auch im Preis. 


Einen Überblick über die Vor- und Nachteile der Materialien erhältst Du in dieser Tabelle:

Kosten der Fenstersanierung und Fördermittel

Wie viel eine Fenstersanierung kostet, hängt von zahlreichen individuellen Faktoren ab:
- Größe der Fensterfläche
- Maße und Ausstattung der einzelnen Fenster (Rahmen, Verglasung, Sicherheitsklasse etc.)
- Aufwand für Demontage der alten Fenster und Montage der neuen Fenster
- Höhe der Fördermittel

Aufgrund der vielen Faktoren, lässt sich nur eine recht weite Kostenspanne nennen. Für ein Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche und 25 Prozent Fensterfläche kann mit Gesamtkosten zwischen 7.000 und 15.000 Euro gerechnet werden. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, sowohl bei den Material- als auch den Arbeitskosten mehrere Vergleichsangebote einzuholen. 

Zusätzlich können natürlich weitere Kosten hinzukommen, wenn Du auch gleich Beschattungs- und Sonnenschutzlösungen einbauen lässt, wie etwa Rollläden. Das ist definitiv eine Überlegung wert, denn sogenannter „sommerlicher Wärmeschutz“ wird ebenfalls staatlich gefördert.

Es gibt verschiedene Fördermöglichkeiten, die Du Dir für eine Fenstersanierung sichern kannst. Bei einer Einzelmaßnahme (Fenstertausch) übernimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 15 Prozent aller förderfähigen Kosten. Hausbesitzer:innen, die sich in der Planungsphase einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen lassen, bekommen einen zusätzlichen Bonus von 5 Prozent. Um diesen Bonus zu erhalten, muss auf jeden Fall ein:e Energieberater:in eingebunden werden. Auch die Kosten, die dafür anfallen, werden bezuschusst. Die förderfähigen Kosten sind pro Jahr auf 60.000 Euro pro Wohneinheit begrenzt. Der maximal mögliche Zuschuss beträgt also 12.000 Euro.

Wer eine Komplettsanierung hin zum Effizienzhaus-Standard vornimmt, kann einen KfW-Förderkredit mit Tilgungszuschuss beantragen. Je nachdem, welches Effizienzhaus-Niveau erreicht wird, ist eine Förderung von 20 bis maximal 45 Prozent der förderfähigen Kosten möglich. Auch bei dieser Variante ist eine vorherige Energieberatung Pflicht.

Als Alternative zur Beantragung von Fördermitteln kannst Du die Kosten für energetische Sanierungsmaßnahmen wie den Fensteraustausch auch steuerlich absetzen. Wenn Du Dich hierfür entscheidest, kannst Du über drei Jahre hinweg 20 Prozent der Kosten bei Deiner Einkommensteuererklärung geltend machen. Voraussetzung dafür: Du bewohnst die sanierte Immobilie selbst.

2.10.2023

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